Dr. Rosa Aspalter als Bakterium Erika coli

Science Slam 2017

 

 

 

 

 

 

Es macht mir immer wieder Spaß, etwas Kompliziertes so zu beschreiben, dass es jeder versteht. So ernsthafte Dinge aber wie Krebsentstehung auch unterhaltsam darzustellen, das war die neue Herausforderung beim Science Slam. Ich denke, wir alle, Zuschauer wie auch ich selbst, haben es genossen!

Was ist ein Science Slam?

Vielleicht kennen einige von Euch einen Poetry Slam. Bei beiden Veranstaltungen geht es darum, kurz, prägnant und unterhaltsam seine Gedanken, seine Poesie, oder, wie im Fall des Science Slams, sein Forschungsthema einem Publikum vorzustellen, das meist Null Ahnung von solche diffizilen Studienthemen hat. Diese Veranstaltungen finden zunächst regional statt, also zunächst einmal in den Landeshauptstädten, naturgemäß sind das meist jene Städte, welche eine eigene Universität haben, dann gibt es einen nationalen Wettbewerb und schließlich noch einen auf europäischer Ebene.

Harte Vorgaben

Die Vorgaben waren: 6 Minuten Präsentation (durfte auf maximal 8 Minuten ausgedehnt werden) und es durfte keine Powerpoint-Präsentatione verwendet werden. Beides sind für Wissenschaftler echt schweißtreibende Vorgaben. Denn nicht genug damit, dass man sich auf ein Thema konzentrieren muss. Es gibt keine Möglichkeit, die gesamten Umstände, die man so als Wissenschaftler zu berücksichtigen hat, darzustellen. Damit wäre die Zeit viel zu schnell um, ohne zum eigentlichen Forschungsobjekt zu kommen. So war die Hauptaufgabe nicht, Material für die Performance zusammen zu stellen, sondern Material zu streichen.

Und ein wissenschaftlicher Vortrag ohne Powerpoint? „Geht nicht!“, denkt man sich da mal. Wie sollte man auch diese komplexen Zusammenhänge zwischen, sagen wir Raumtemperatur und Stimmlage und Größe der Stimmritzen, leicht verständlich darstellen? Und außerdem: unsere deutschen Nachbarn dürfen bei ihren so beliebten Science Slams doch alle Powerpoint verwenden! Aber die Vorgabe zwingt dazu, gut und einfach zu formulieren. Sie bringt Klarheit in den Text und steigert den Ausdruck des Redners beträchtlich.

Die bedeutende Rolle des Zufalls

Was aber meist das faszinierendste ist: Die Kombination der Forschungsthemen. Ganz zufällig zusammengewürfelt sahen wir uns also erstmals bei einem gemeinsamen Vorbereitungstreffen. Da war ich als Medizinerin, die ein Colibakterium spielen wollte und darüber, wie Bakterien im Darm sogar auf Krebs an ganz anderen Stellen des Körpers entscheiden können, Elisabeth Monamy, eine Archäologin, die über Essen von Steinzeit, Mesopotamien, Römerzeit bis zu den Wikingern berichtete und natürlich die viel bemühte Paläodiät aufs Korn zu nehmen beabsichtigte, sowie Maria Rath, eine Studentin der Hochschule für Bodenkultur, genauer gesagt, der Wasserabfallwirtschaft, die uns anschaulichst erstmals in die Fragestellungen der Entsorgung unserer Exkremente sowie in die dafür erforderlichen Technologien einweihte. Dazu kamen noch Julia Grübler, eine Handelswissenschaftlerin, die die Auswirkungen von internationalen „Frei“-Handelsverträgen am Beispiel von Lebensmitteln wie dem Chlorhuhn zu demonstrieren versuchte und ein ganzes Team einer Fachhochschule, die einen Trinkbecher für trinkunwillige oder trinkvergessene Senioren entwickelten. Besser hätte ein Forschungskongress auch nicht geplant werden können.

Der Auftritt

Und dann kam also der Abend des 3.4.2017 im Wiener Metropol. Wir wurden als Bühnenneulinge bestens in Bühnentechnik und Abläufe eingeschult. Dem unterschiedlichen Temperament entsprechend probten und feilten einige noch an ihrem Auftritt, während andere sich schon über ihre Possen und Aufmachung lustig machten. Ich bin freudig aufgeregt, fühle mich aber gut vorbereitet. Nur die Stimme ist noch immer etwas lädiert, hochtönig und angestrengt von meiner Stimmbandlähmung, die mich seit dem Herbst begleitet.

Das Los wollte mich als erste auf der Bühne sehen. Bitte sehr!
d

Auf You Tube finden Sie sämtliche Beiträge des Abends.

Drink smart

FH-Team AAL mit „Drink smart“

 

Elisabeth Monamy mit „Eine kulinarische Zeitreise“

 

Martin Sturc mit „Poker: Skill beats luck“

 

Maria Rath mit „Focus Locus“

 

Julia Grübler mit „Danach kräht (k)ein Hahn“

Julia Grübler als Science Champion des Abends mit dem Initiator und Moderator Bernhard Weingartner

 

Die Teilnehmer des Science Slams vom 3.4.2017 im Wiener Metropol

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2 Kommentare auf “Dr. Rosa Aspalter als Bakterium Erika coli

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