Tee trinken – ja! Abwarten – nein!

Teetasse

 

 

 

 

 

Für einen klassischen Mediziner bzw. Onkologen ist es beinahe unmöglich zu glauben, aber meine Stimmbandlähmung ist weg!

Am vergangenen Montag hatte ich also die Therapiebesprechnung. Eine 5. Chemo wurde vorgeschlagen. Beinahe selbes Schema. Ich fragte, was das Ziel sei, da ich doch bei der letzten Hälfte dieser Chemo keine Veränderungen mehr hatte. Nun, dieser neue Antikörper, den ich dazu erhalten soll – zusätzlich zu den Chemotherapeutika – der wirke anders, so wurde mir gesagt. An Nebenwirkungen wurde ich vor einer Akne gewarnt und ich erhielt auch gleich das Rezept für antibiotische und antimykotische Cremes (also was gegen Bakterien und was gegen Pilze) sowie für eine Antibiotikum zum Einnehmen.

Dass der versprochene Antikörper aber tatsächlich in einer Studie in 2% und in einer anderen Studie in 3% zu plötzlichem Herztod führte, wurde mir nicht gesagt. Das soll vor allem jene betreffen, die auch eine Bestrahlung oder eine bestimmte andere Chemotherapie erhalten haben und Patienten mit Herzerkrankungen. Man muss also schon verdammt gesund sein, um die Chemo zu vertragen!

Ich vereinbarte zwar einen Termin für den Beginn der Chemo, brachte aber klar zum Ausdruck, dass ich noch nicht ganz dazu entschlossen sei und ich es mir noch überlegen werde.

Ich kam auf Grund meiner lästigen Stimmbandlähmung hustend und prustend in die Ambulanz. Der behandelnde Onkologe meinte: „Sie haben eine Struma, gell?“Ich sage es offen heraus: In diesem Augenblick hätte ich ihm echt eine Ohrfeige versetzen können. Das ist nämlich nicht Schulmedizin, welche keinen Zugang zu komplementären oder alternativen Methoden findet, das ist schlicht und einfach schlechte klassische Schulmedizin. Seit wann machen Strumen (wenn sie nicht ausgesprochen riesig sind) eine Lähmung des Recurrens-Nerven? Dieser Nerv liegt zwischen der Luftröhre und der Schilddrüse und ist bei Schilddrüsenoperationen sehr gefährdet. Und er wird, wenn ein Tumor im Hals oder Metastasen in der Lunge bzw. im Brustkorb sind, mitunter von den Krebszellen angeknabbert und damit außer Betrieb gesetzt. Der Onkologe wurde auch etwas still, als er meinen aktuellen CT-Befund las. Es sind wieder Metastasen aufgetaucht. Wir waren uns also einig: Metastasen hatten den Nerv beleidigt und das führte zu dieser extrem unangenehmen Stimmbandläsion. An Therapien wurde mir nichts diesbezüglich vorgeschlagen.

In den Lehrbüchern steht zur Therapie, dass, wenn eine Tumorerkrankungen die Ursache ist, diese zugrundeliegende Erkrankung behandelt werden sollte. Was für eine intellektuelle Leistung! Im Prinzip heisst das aber ins Deutsche übersetzt: Wenn Du den Tumor nicht in den Griff kriegst, wird sich auch die Stimmbandlähmung wohl nicht mehr geben. Zum Glück sind Tumoren und Metastasen selten ganz seitengleich. Denn, wenn auch das zweite Stimmband zugeht, kann es sehr eng mit der Luft werden. Deshalb sagte ich mir auch des öfteren in den vergangenen Wochen: Ruhig atmen! Ruhig atmen!

stimmlippenlaehmungenAbbildung: Von Prejun – Eigenes Werk, CC0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=31674609

Selbstständig habe ich aber bereits hoch dosiert Cortison eingeworfen (24 mg Fortecortin! – Das ist bei meiner Größe und meinem Gewicht mega!), Codeintropfen, Tees, Lutschtabletten und Inhalationen versucht. Null Änderung. Aber auch wirklich null! Seit 2.9. huste ich mir also mittlerweile 10 Lungen aus meinem Körper!

Und nun, weil ich bereits so viel an meiner Ernährung optimiert habe und der Effekt doch nicht so durchschlagend war, wie ich vom Prinzip her erwartet hatte, bin ich nochmals alle Veränderungen durchgegangen, habe nach einem Fehler gesucht und noch eine Änderung vorgenommen. Bereits am ersten Tag bemerkte ich eine körperliche Beruhigung. Der Husten war noch der selbe, aber das Befinden war deutlich anders. Es fiel mir deshalb so auf, weil ich ja bisher noch nie so rasch einen Effekt gesehen habe und ich daher gar nicht auf den Gedanken gekommen wäre, dass sich so schnell etwas ändert. Zweiter Tag: Der Husten wird weicher, ist nicht mehr ganz so hart und stoßweise und schrill. Aber nach wie vor: alle paar Sekunden. Es ändert sich aber weiter das Befinden. Dritter Tag: Der Husten wird seltener. Ich kann es kaum glauben, überprüfe nochmals alle Umstände, ob es Bedenken, Interaktionen geben könnte und besorge mir die Substanz in der nötigen Aufbereitung in der Apotheke. Vierter Tag: Ich kann drei Sätze sprechen, ohne zu husten! Und der Husten ist längst nicht mehr so quälend und „ineffektiv“ (also ständig Husten, aber keine Erleichterung!). Heute ist der 5. Tag. Ich hatte am Vormittag einen Hustenanfall, weil es so kitzelte im Kehlkopf. Der Nerv ist wieder da!

Ich huste nach wie vor etwas, aber es hört sich schon wesentlich normaler an. Es scheint nun von der ständigen Reizung der letzten 3 Wochen zu kommen. Aber es ist rein körperlich schon eine extreme Erleichterung, nicht mehr ständig husten zu müssen! Ich bin jedenfalls gestern völlig erschöpft eingeschlafen.

Da ich nun selbst dermaßen überrascht bin von dem Effekt und es selbst noch schwer ist, diese schnelle Änderung zu glauben, bin ich noch am prüfen und recherchieren und am abklären, ob es Faktoren gibt, die bedenklich sein könnten oder sich widersprechen könnten. Ich muss also noch etwas geheimniskrämerisch sein, scheine aber so etwas wie ein Steinchen aus dem großen Mosaik der Weisen gefunden zu haben. Wie gesagt – ich bleibe dran!

Prust, prust!

Photo: R. Rayan

Facebooktwittergoogle_pluslinkedinmailby feather
twitterby feather

3 Kommentare auf “Tee trinken – ja! Abwarten – nein!

  • 22. September 2016 at 19:21
    Permalink

    Ich wünsche ihnen alles erdenklich Gute und sehr viel Kraft und Energie! Bin in Gedanken bei ihnen, alles liebe und herzliche Grüße aus dem Bregenzerwald

    antworten
  • 25. September 2016 at 19:15
    Permalink

    Liebe Frau Baumgartner, vielen lieben Dank!
    Dr. Rosa Aspalter

    antworten
  • 25. September 2016 at 19:20
    Permalink

    So, nie, aber auch nie darf die Entscheidung bei mir in Form einfacher Wenn-Dann-Bedingungen fallen, so scheint es!
    Ich dachte mir, wenn der Tumormarker gesunken ist, lehne ich Chemo ab, wenn er gestiegen ist, muss ich wohl durch.
    Nun, er ist wieder etwas gestiegen. Aber es gibt mehr als ein Zeichen, dass sich etwas bessert oder – dass der Körper nun auf Abwehr geschaltet hat und nicht stumm den wuchernden Krebszellen zuesehen hat!
    Also – morgen mal nichts! Schauen, wie sich die Sache weiter entwickelt. Zwei Wochen lege ich jetzt noch zu!

    antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.