Und so sieht „Vorsorge“ aus!

Drampolyp

 

 

 

 

 

 

Ich glaubte ja immer von mir, dass ich nie eine Krebskandidatin sei! Niemals! Na großartig! Nicht nur, dass ich Ende 2009 mit komplettem Darmverschluß am OP-Tisch landete! Mir wird erst jetzt so in der Rückschau bewusst, was für eine Risikokandidatin ich war!

Darmkrebs (das Colon-Carcinom) entwickelt sich aus den Vorstufen, den Polypen. (Am Foto ist im Vordergrund ein Polyp zu erkennen.) Das Risiko, dass sich daraus Krebs entwickelt, ist von der Größe der Polypen, aber auch vom Typ der Polypen abhängig und reicht von wenigen bis weit über 30%! Daher ist die Darmspiegelung (Colonoskopie) eine so wichtige Vorsorgeuntersuchung. Mit dieser kann nicht nur Darmkrebs in einem frühen Stadium entdeckt und damit weitere Therapien wie Chemotherapien, Strahlentherapien und künstlicher Ausgang vermieden werden, es können auch Vorstufen von Darmkrebs beseitigt werden, indem z.B. Polypen weggeschnitten und histologisch untersucht werden.

Nun, für mich wurden Darmspiegelungen zu einer Nachsorgeuntersuchung. Trotzdem zeigt sich im Rübkblick sehr deutlich, dass ich mich in meiner Einschätzung sehr getäuscht habe. Dass ich nämlich eine Hochrisikopatientin war! Es zeigt sich aber auch, wie sehr ich mit meiner Ernährungsumstellung auf rein pflanzliche Ernährung das Risiko verändert habe.

Hier ganz einfach zusammengefasst das Ergebnis meiner Darmspiegelungen:

Tumordiagnose (Ileus): Dez. 2009

  1. Colono 2010: Polyp entfernt
  2. Colono 2011: Polyp entfernt
  3. Colono 2012. Kein Polyp!
  4. Colono 2013: Polyp entfernt

2014 Umstellung auf rein pflanzliche Ernährung

  1. Colono 2014: kein Polyp!
  2. Colono 2015: kein Polyp!
  3. Colono 2016: kein Polyp!

Ich hatte da also beinahe JEDES Jahr so einen Polyp! Lässt man diese, so hat man – bei einem angenommenen Risiko von 10% innerhalb von weniger als 10 Jahren eine 100%ige Wahrscheinlichkeit, einen Krebs daraus zu entwickeln!

Und mittlerweile gibt es drei Jahre Beobachtungszeit nach der Ernährungsumstellung. Es hat sich in dieser Zeit kein einziger Polyp mehr gebildet! Es bestätigt nur nochmals, wie stark präventiv die pflanzliche Ernährung ist!

Ist das nicht bereits irrelevant, wenn man bereits an Krebs erkrankt ist?

Ganz und gar nicht! Denn das bedeutet ja bereits, dass etwas im Körper schief gelaufen ist, einige Zellen der „Tumorkontrolle“ entschlüpft sind, oder was auch immer. Und leider ist es so, dass die Wahrscheinlichkeit, einen (weiteren) Krebs zu bekommen, bei Krebspatienten selbst höher ist! In einer Zwischenauswertung unserer Essen-und-Krebs-Studie hatten 13 % der Studienteilteilnehmer ein Zweitcarcinom, also einen Tumor, der nicht mit dem ersten zu tun hatte! 4 % hatten sogar mehr als 2 verschiedene Karcinome!

Tumore per Patient

In unserem Krebslexikon auf www.essenundkrebs.net finden Sie übrigens eine Reihe von Daten über die vorbeugende und therapeutische Wirkung von pflanzlichen Substanzen!

Photo und Graphik: R. Aspalter

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3 Kommentare auf “Und so sieht „Vorsorge“ aus!

  • 25. August 2016 at 15:51
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    Zitat: „Ich hatte da also beinahe JEDES Jahr so einen Polyp! Lässt man diese, so hat man – bei einem angenommenen Risiko von 10% innerhalb von weniger als 10 Jahren eine 100%ige Wahrscheinlichkeit, einen Krebs daraus zu entwickeln!“

    Ich denke, dass der Ansatz „(1 – 0,90^10)*100 % = 65,1 % (auch) richtig sein könnte.

    Immer noch ausreichend hoch, um sich gut geplant, abwechslungsreich und gesund pflanzlich basierend zu ernähren und einen veganen Lebensstil zu pflegen

    antworten
    • 25. August 2016 at 17:41
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      Hallo,
      also, diese 65.1° sind aber nur bei einem Polyp! Wenn aber (fast) jedes Jahr einer dazu kommt? Dann w#ren das mehrere hundert Prozent? Reuzieren muss man aber auch wieder, weil ja die Polypen nicht gleich über 1cm groß sind,… Aus allen diesen Faktoren dachte ich, na ja, 100% kann schon gut hinkommen auf 10 Jahre! 😉

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      • 26. August 2016 at 06:25
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        Über Facebook diskutieren wir ja derzeit noch den statistischen Ansatz. Schlage vor, hier dann das Finale Ergebnis nur zu posten und die Zwischenschritte weg zu lassen.

        By-the-way: Auf der veggie-planet in Innsbruck am 17. und 18. September wird neben Dir, Rosa, auch Martin Balluch vertreten sein. Mitunter ergibt sich dort eine Gesprächsgelegenheit von Medizinerin und Mathematiker.

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