Match am Tisch

GemüsepfanneIII

 

 

 

 

 

Kennen Sie das auch? Es gibt einen Kampf, der sich ganz ohne Worte abspielt. Und jeder kennt sich aus. Jeder der Beteiligten weiß, was vor sich geht und wer gewonnen hat!

Man sollte nie hungrig einkaufen gehen, so heißt es, aber heute hatte ich eben einiges zu erledigen bevor ich meinen Samstagseinkauf tätigen konnte. Und ich wollte ohnehin mal wieder diese Gastrostände ausprobieren, die da neben dem Supermarkt einige internationale Gerichte bieten.

Da spielte sich folgendes ab: Ich ging an den Hähnchenbuden vorbei, zum Italiener. Dort fand ich Penne mit Spinat. Die Köchin wusste aber nicht, ob die Teigwaren Ei enthielten, so ließ ich das und fand auch gleich nebenan einen Stand, der traditionelle österreichische Küche bot, aber auch ein paar „Beilagen“, die ganz gut klangen. Ich nahm also Röstgemüse und Petersilkartoffel. Das Röstgemüse war wirklich frsich geschnittenes Gemüse mit Kräutern und die Petersilkartoffeln waren nicht in Butter geschwenkt, sondern Salzkartoffeln mit frischer Petersilie darüber gestreut.

Während das ganze bruzzelte, schielte ich schon um ein Plätzchen zu den Tischen nebenan hinüber, wo gleich am ersten Tisch ein älterer Herr Schnitzel mit Reis aß und ein Bier trank. Auch seine Frau aß etwas Paniertes, vermutlich Fisch, und ebenfalls Reis. Ich weiß nicht, was mich geritten hat, aber ich setzte mich an deren Tisch und breitete meine echt farbenfrohe Platte vor ihnen aus.

Die Blicke, die sie von der Platte aufsehend mir zuwarfen, sprachen Bände! Sie wollten offenbar fragen: „Ach ja, werden Sie denn davon satt?“ Das ging aber nicht so recht, denn es war ein richtig großer, schöner Teller. Auch dass mein Essen armselig aussähe, konnte man schlecht behaupten. Ganz im Gegenteil. Es sah wesentlich appetitlicher aus als der braun-weiße Berg da am gegenüberliegenden Teller. So wanderten die Blicke irgendwie ratlos vom Teller zu mir und dann sahen sie sich wieder gegenseitig fragend an, um dann wieder zu mir herüber zu schauen. Den Satz: „So iss doch etwas G’scheites“ hörte man so richtig in der Luft schwingen und dann auf dem Tisch zerklatschen.

Wir wurden alle ziemlich gleichzeitig fertig. Und dann, als hätte es noch irgendeines Kommentars bedurft, holte der Mann sein Tablettendöschen hervor und nahm seine Medikamente zu den letzten Schlucken vom Bier. Ich vermute: Thrombo Ass, ein Blutdruckmedikament und womöglich noch etwas gegen Zucker.

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