Das Rätsel beginnt sich aufzulösen

Maske

 

 

 

 

 

 

Nach dem ersten überwältigenden Erfolg meiner Ernährungsumstellung kam es zu einem Wiederauftreten von Lungenmetastasen. Wie lässt sich das unter einen Hut bringen? Ich finde nun, wenn auch nicht wirklich Beweise, so zumindest plausible Erklärungen!

Also, Radiologen stellen keine Diagnosen. Was die Radiologen beschreiben, sind Bilder. „Es sieht so aus wie….“ Und egal, ob Ultraschall, Röntgen oder CT, die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale sind: Fest (solide), verkalkt (Knochen, Verkalkungen) oder flüssig (z.B. Zysteninhalt). Die Kliniker leiten daraus ihre Diagnosen ab, als da wären: Polyp, Tumor, normales Organgewebe oder: verkalktes und verengtes Gefäß oder: einfache Zyste oder Blaseninhalt.

Nun war bei meinem PET-Scan im April 2015 folgendes Ergebnis: Sämtliche Läsionen in der Lunge und vergrößerten Lymphknoten waren verschwunden. Dies sowohl morphologisch (an Hand des CT’s) als auch gemessen an der Stoffwechselaktivität (PET-Scan). Also kein aktives Tumorgewebe mehr.

Spannend war allerdings die Sache mit der Leber! Da war im August 2014, als das ganze Disaster sichtbar wurde, eine „zystische Läsion“ zu sehen, die im PET-Scan aber nicht aktiv war. Also wurde das als harmlose Zyste eingestuft. Dazu passte aber nicht gut, dass diese plötzlich aufgetreten war, und noch weniger, dass sie dann im April 2015, also nach abgeschlossener Chemo, ebenfalls verschwunden war. Ich zog daraus den Schluß, dass dieses Gebilde ebenfalls eine Metastase war, aber im August 2014 schon eingeschmolzen war. Das war also etwa 3 Monate nach meinem „going vegan“ und noch vor Beginn der Therapie. Wie auch immer, nachdem das Stück weg ist, sollte es tatsächlich Geschichte sein.

Noch spannender aber war die Sache in der Lunge. Hier war alles, was im August 2014 aktiv speicherte, also als bösartig eingestuft wurde, im April 2015 verschwunden. Aber es gab da wieder eine zystische Läsion, etwas hinter dem Herzen und an dessen unterem Rand. Diese zystische Läsion versuchte ich auch mit Echocardiographie und einem ganz konventionellem Lungenröntgen weiter abzuklären. Es ergab sich keine weitere Hilfestellung aus diesen Befunden. Was sehr komisch war: Diese Zyste wuchs und wuchs – auf über 4 cm! Und neben dieser Zyste waren im November 2015 nun auch wieder viele Metastasen in der Lunge aufgetaucht. Leber und Lymphknoten blieben aber zumindest frei.

Nun aber, nach 3 weiteren Zyklen einer neuen Chemoserie, habe ich einen weiteren CT-Befund in der Hand (ohne PET-Scan). Alle Läsionen sind wieder rückläufig – und diesmal ist es auch dieses doch ziemlich große zystische Gebilde hinter dem Herz. Hm, hm, hm! Also war das doch auch eine Metastase! Und das dürfte nun der Herd gewesen sein, von dem aus es wieder gestreut hat! Die Metastase dürfte sich abgekapselt haben, eingeschmolzen sein, aber noch nicht ganz abgestorben sein. Nachdem aber dieses Biest nun auf 1 cm geschrumpft ist, scheint auch diese Nuss geknackt zu sein. Und die Aussichten auf Ruhe nach der 4. Chemo sind also nicht so schlecht!

Was aber noch viel mehr zählt, ist eine Erklärung für das zu haben, was da vor sich geht! Etwas, das einmal enorm hilft, ein anderes mal nicht, ist doch eher irritierend als hilfreich. Zusätzlich werde ich auch in meiner Einschätzung bestärkt, dass beide Schienen notwendig waren: Die Standardtherapie UND die Ernährungsumstellung. Dass sich diese beiden Faktoren enorm gegenseitig in der Wirkung unterstützen. Keine der Strategien alleine hätte offensichtlich gereicht!

Bitte Daumen drücken, dass ich auch diesmal mit meinen – zugegebenermaßen etwas kühnen – Interpretationen Recht habe. Aber das war ja in diesen letzten Jahren ziemlich häufig der Fall!

Photo: R. Aspalter

Facebooktwittergoogle_pluslinkedinmailby feather
twitterby feather

8 Kommentare auf “Das Rätsel beginnt sich aufzulösen

  • 19. März 2016 at 14:26
    Permalink

    Glückwunsch! Es sind immer beide Dinge. Die Schulmedizin ist genauso ein muss, wie die vegane Ernährung. Seit der China Study auch nur verständlich.

    antworten
  • 23. März 2016 at 07:20
    Permalink

    Ich wünsche Ihnen von Herzen alles Gute und viel Erfolg auf Ihrem Weg.

    antworten
  • 26. März 2016 at 22:01
    Permalink

    Hallo Frau Doktor Aspalter,
    es freut mich für Sie, dass die „Zyste“ besser Metastase geschrumpft ist.
    Mein Kleinzeller in der rechten unteren Lungenhälfte ist nach Chemo mit Cisplatin (mußte durch Carboplatin ersetzt werden)und Etoposid von 4 cm auf die Hälfte geschrumpft, wobei weitere 0,7 cm als abgestorbenes Tumorgewebe im CT vermutet werden, so dass sich auf die Tumorgröße von Dezember 2015 von 1,3 cm reduziert hat.
    Unterstützt wurde das durch eine Ergänzungstherapie nach der Mccullen-Broffman Studie (u.a. Heilpilze, Astragallus)
    Mich würde interessieren ob Sie Ihre Lungenmetastase aus Ihrer Sicht als Ärztin und Betroffene konventionell bestrahlen lassen würden?

    NSE-Tumormarker lag bei mir vor ca. 4 Wochen bei 10,3 und APO10 bei 103 TKTL1 bei 115 vor 14 Tagen und ich überlege, ob ich auf die Bestrahlung der Lunge verzichten kann und darf?

    Viele Grüße
    Amara Blechmann

    antworten
    • 28. März 2016 at 20:20
      Permalink

      Liebe Frau Blechmann,

      ich freue mich, dass Sie so gut aufsprechen!
      Was die Strahlentherapie betrifft: Haben Sie Werte im zeitlichen Verlauf? Falls Sie annähernd gleich geblieben sind oder sogar gestiegen sind, dann würde ich die Strahlentherapie jedenfalls anraten (es zählen immer die Vergleichswerte, die Referenzwerte sind so ziemlich bedeutungslos!). Wenn sie gesunken sind, darf man sich das überlegen, darauf zu verzichten!

      Liebe Grüße
      Dr. Rosa Aspalter

      antworten
  • 26. März 2016 at 22:01
    Permalink

    Es freut mich zu lesen, dass die Chemo so erfolgreich verläuft. Weiterhin alles Gute !

    antworten
  • 28. März 2016 at 20:16
    Permalink

    Danke allen! Danke!!!
    Rosa Aspalter

    antworten
  • 29. Juni 2016 at 11:30
    Permalink

    Sehr geehrte Frau Dr Aspalter,
    im Jahr 1996 wurde bei mir ein 1,5cm großer Tumor in der linken Brust festgestellt.
    Nach OP und Entnahme von 11 Lymphknoten aus der linken Axcilla wurden mir 30 Bestrahlungen verordnet, lt Histologie handelte es sich bei dem Tumor um G3, Proliferationsfaktor und Hormonrezeptoren waren auch sehr hoch. Es schlossen sich 5Jahre mit Tamoxifen an.
    Im Jahr 2006, wir lebten gerade seit 1 Jahr in Italien, wurden befallene Lymphknoten in der linken Axcilla festgestellt, außdem bemerkte man hier, dass 1996 in München der Sentinella-Lymphknoten nicht entfernt worden war.
    Nach der OP (von 21 verbliebenen Lymphknoten waren 18 befallen) schlossen sich Chemotherapie mit Doxorubricin und Ciclofosfamid (4x alle 3Wochen) und Paclitaxel (12x wöchentlich) an. Danach 35xRadiotherapie, anschließend 5 Jahre Arimidex.
    Danach fühlte ich mich auf der sicheren Seite, was ein großer Irrtum war, im April 2015 wurden befallene Lymphknoten an der Trachea, 3 kleine Knötchen auf der Lunge (2links, 1rechts) und ein Pleuraerguss festgestellt.
    Es schlossen sich 20x Chemo wöchentlich mit Paclitaxel an, die Trachea war schon nach 12xChemo frei, die drei kleinen Knötchen sind bis jetzt unverändert, das Liquido in der Pleura hat sich inzwischen von 14mm auf 28mm vermehrt.
    Seit Dezember 2015 bin ich in Therapie mit Everolimus 10mg und Exemestan 25mg.
    Ein mir bekannter Oncologe hat mir jetzt Einläufe mit biologischem Kaffee 3x/Woche empfohlen, habe es jetzt 7x gemacht, mir geht es, auch luftmäßig, gut, bis auf die Nebenwirkungen vom Everolimus.
    Seit Dezember 2015 habe ich auch die Ernährung komplett umgestellt, keine tierischen Proteine, fast keinen Zucker, Salz, auch achte ich auf die Kohlenhydrate, bei uns wird nur noch Dinkelmehl verwendet.
    Jetzt hoffe ich auf ein Verschwinden des Pleuraerguss mit Hilfe der Kaffeeeinläufe.
    Die drei kleinen Knötchen sind vielleicht nicht so besorgniserregend, im PET lag ihr SUV -Wert nicht über 3.5.
    Mit großem Interesse verfolge ich alle Ihre Beiträge.
    Viele liebe Grüße,
    Renate Schanzer

    antworten
    • 29. Juni 2016 at 13:51
      Permalink

      Liebe Frau Schanzer,

      herzlichen Dank für den ausführlichen Bericht!
      Die Kaffeeeinläufe haben den Hintergrund, die Leber zu entlasten. Das ist schon wichtig. Aber bitte Vorsicht – es kann dabei zu schweren und gefährlichen Elektrolytstörungen kommen mit der Folge von Herzrhythmusstörungen und anderes mehr. Die Ernährungsmaßnamhen sind Bestens! Nr. eins ist, die tierischen Produkte weg zu lassen. Zuckerfrei ist jedenfalls auch positiv. Das Salz drastisch zu reduzieren ist eine weitere, sehr wichtige Maßnahme! Salz ist ein ganz wichtiger „epigenetischer“ Faktor, der entscheidet, ob z.B. Tumorsuppressorgene („Tumorschutzgene“) aktiv oder inaktiv sind!
      Sie haben also eine sehr gute Strategie und auch ich verfolge diese nun!

      Also weitere Anregung, um krebsfeindliche Stoffe optimal zuzuführen, empfehle ich auch das Superfood-Pesto aus dem Büchlein von Susanne Jacob: Simply Eat! Ich musste da ein wenig herumprobieren, aber jetzt wird es schon ganz gut und ich esse es täglich!
      http://dr.aspalter.at/medien/

      Wünschen wir uns den vollen Erfolg!

      Herzliche Grüße
      Dr. Rosa Aspalter

      antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.