WHO stuft „verarbeitetes“ und „rotes“ Fleisch als krebserregend ein!

Schweinsbraten

 

 

 

 

 

 

Der Knaller verursachte ja schon im Vorhinein große Aufregung. In den vergangenen Tagen schrieben große Medien, darunter die Financial Times, wie erbost die Fleischindustrie über den erwarteten WHO-Report sei.

Bewertung wurde hohe Dringlichkeit zugemessen

Eine Expertengruppe hatte die Bewertung dieser Lebensmittel hinsichtlich ihres krebsfördernden Risikos durch International Agency for Research on Cancer (IARC), eine Organisation der WHO empfohlen. In diesem Report wurde zwar auf den möglichen Zusammenhang mit bestimmten Zubereitungsarten bei hohen Temperaturen und bei welchen krebserregende Stoffe entstehen würden, hingewiesen. Allerdings wurde die Dringlichkeit der Behandlung dieser Frage mit hoher Priorität eingestuft.

Fleischindustrie ist wütend

Heute, am 26.10.2015, veröffentlichte die IARC den mit Entsetzen erwarteten Bericht. Das North American Meat Institute (Nami) bezeichnete das Vorhaben als „dramatische und alarmierende Überregulierung“. Und Robert Pickard von der Cardiff University und Mitglied des UK’s Meat Advisory Panel (MAP), einer Industriegruppe, meinte, rotes Fleisch zu vermeiden, sei keine effektive Strategie, um Krebs zu vermeiden. Es sei vielmehr eine Frage des Lebensstils und habe mit Gesundheit nichts zu tun!

Angeblich wissenschaftlich nicht belegt

Man bemühte sich auch, zu betonen, dass der Effekt, wie er sich in Studien zeigte, nur sehr schwach sei. Dem ist aber hinzuzufügen, dass die großen Präventionsstudien, welche in Europa und Amerika durchgeführt wurden, nur Populationen mit geringen Unterschieden in der Ernährung aufwiesen. Und oft wurden nur einzelne Lebensmittel und nicht das Zusammenwirken ganzer Lebensmittelgruppen untersucht. Veganer waren so gut wie keine unter den vielen Tausenden Probanden. Die „China Study“ und die FAO-Statistik sprechen jedoch eine sehr deutliche Sprache. Und tierexperimentelle Studien bringen Ergebnisse, welche an Klarheit nichts zu wünschen übrig lassen: Rotes Fleisch, verarbeitetes Fleisch, wie alle tierischen Proteine, fördern das Krebswachstum.

Die Entscheidung der IARC

Die IARC scheint da ganz anderer Meinung zu sein. Sie hat jedenfalls einen längst überfälligen Schritt getan und „processed meat“, also „verarbeitetes Fleisch“ (darunter versteht man Würste, Pasteten, Schinken, Speck und dgl.) als definitiv „krebsfördernd“ und rotes Fleisch als „wahrscheinlich krebsfördernd“ eingestuft. Viel mehr wäre noch gerechtfertigt. Aber das ist immerhin einmal ein Schritt in die richtige Richtung!

Die Konsequenzen

Gut, nun steht also Fleisch und Wurst in der selben Kategorie wie Rauchen, Süßstoffe und das erst kürzlich zur Liste hinzugefügt Unkrautbekämpfungsmittel Glyphosate. Was sind die Folgen? Fleisch und Wurst werden nicht verboten werden, so wie ja auch das Rauchen nicht gänzlich verboten wurde. Es wird aber damit doch das Risiko verstärkt wahrgenommen. Ab nun sind diese „Lebens“mittel auch für Laien mit der Erkrankung „Krebs“ assoziiert und das trägt hoffentlich dazu bei, den Konsum von Fleisch und Wurst nicht nur „zu limitieren“, wie es viele Ernährungsfachgesellschaften empfehlen, sondern tatsächlich stark zu reduzieren oder sogar zur Gänze zu streichen.

Stoßen wir an auf unsere Gesundheit, auf die Umwelt und den Klimaschutz und auf die vielen Tiere, denen ein lebensunwürdiges Leben erspart bleibt!

Hier lesen Sie einige Reaktionen auf den Report!

Quellen:
IARC report on meat
Der Artikel in der Financial Times
Photo: R. Aspalter

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