Unterschied zwischen Kuh- und Schaf- bzw. Ziegenmilch

Hirtin mit Schafen, Kuh und Ziege

 

 

 

 

 

 

Immer wieder werde ich gefragt, ob nicht doch Schaf- und Ziegenmilch gesünder seien als Kuhmilch. Gleich die Antwort vorweg: Sie sind es nicht.

Unverträglichkeit gegenüber Kuhmilch ist im Zunehmen begriffen. Und im Artikel über Casein habe ich über die besondere Rolle dieses Milchproteins bei der Krebsentstehung berichtet. Aber es werden oft Schaf- und Ziegenmilch als die gesunden Alternativen angepriesen. Worin besteht nun tatsächlich der Unterschied zwischen Kuh,- Schafs- und Ziegenmilch? Gehen wir die einzelnen Nährstoffe der Reihe nach durch.

Eiweiß

Schafsmilch enthält pro 100 g 5-6 g Eiweiß. Kuhmilch hingegen hat einen Proteinanteil von 3,3 g. Im Vergleich dazu: Muttermilch enthält nur 1,1 g pro 100 g. Da aber der Eiweißgehalt in der Schafsmilch insgesamt wesentlich höher ist, sind hier mengenmäßig erhöhte Anteile an einzelnen Eiweißfraktionen nicht so ausschlaggebend.

Auch vom Casein, welches die Hauptmasse im geronnen Anteil der Milch, also der Ausgangsmasse für Käse, ausmacht, ist mehr in der Schafsmilch enthalten. Casein bildet aber kleine Kügelchen (Micellen) und die durchschnittliche Größe der Kügelchen ist bei der Schafsmilch kleiner als bei der Kuhmilch, was die Verdaulichkeit etwas verbessern könnte.

Sieht man sich die Aminosäuren im Einzelnen an, so fällt auf, dass Schafsmilch von allen Aminosäuren etwa 50% mehr als Kuhmilch enthält, dass aber vor allem das Cystein, eine der schwefelhältigen Aminosäuren überproportional häufig vorkommt, nämlich etwa doppelt so viel wie in der Kuhmilch. Bei der Ziegenmilch, welche etwa mit der Kuhmilch vergleichbare Eiweißmengen enthält, sind es sogar dreifache Mengen an Cystein. Das ist gerade eine jener schwefelhältigen Aminosäuren, welche zur Ansäuerung führen und damit zahlreiche negative Auswirkungen auf Stoffwechsel und Entzündung und möglicherweise auch auf Krebswachstum haben, und das bedeutet daher nicht wirklich Gutes!

Fette

Schafmilch enthält im Vergleich zur Kuhmilch (3,8 g) fast doppelt so viel Fett pro 100 g (6,3 g). Schafsmilch enthält aber mehr Fettsäuren mit mittellangen Fettsäureketten (mittelkettige Fettsäuren mit etwa 6-12 Kohlenstoffatomen). Diese gelten als leichter verdaulich. Fette in der Milch müssen aber als „Fette in Wasser“ im gewissen Sinne emulgiert vorliegen, um sich dort nicht sofort als Rahm (Fettschicht) abzusetzen. So verpackt die Natur Fette in der Milch in einer Art Kügelchen, auch „Micellen“ genannt, die die Fette fein in der wässrigen Lösung zu halten imstande sind. Nun sind die Micellen bei der Schafsmilch kleiner als bei der Ziegenmilch und nochmals wesentlich kleiner als bei der Kuhmilch. Auch dies könnte die Verdaulichkeit der Fette im Verdauungstrakt erleichtern. Schafsmilch enthält auch mehr ungesättigte Fettsäuren als Kuhmilch, was aber durchaus dem ohnehin erhöhten Fettanteil entspricht. Im Cholesteringehalt der beiden Milcharten soll kein wesentlicher Unterschied bestehen.

Kohlenhydrate

Schafmilch hat einen genauso hohen Lactoseanteil wie Kuhmilch von 4,7g / 100 g. Ziegenmilch weist hingegen einen leicht niedrigeren Lactosegehalt von 4,2 g pro 100 g auf. Auch diesbezüglich ist also kaum ein gesundheitlicher Vorteil zu erwarten.

Allergiepotential

Proteine sind zwar essentielle Nährstoffe, doch sie sind es auch, gegen die das Immunsystem reagiert. Eine Allergie, so auch die Kuhmilchallergie, richtet sich fast ausschließlich gegen ein bestimmtes Protein. Das Eiweiß der Milch ist ein reichhaltiges Proteingemisch. Sie enthält Molkeproteine (Albumine und Globuline) und Casein. Am häufigsten richtet sich das Immunsystem gegen das Lactoglobulin, einem der Molkeproteine, gefolgt vom Casein. Da Schafsmilch etwa genauso viel Lactoglobulin und noch mehr Casein als Kuhmilch enthält, ist das Allergiepotential zumindest als ebenso hoch wie bei der Kuhmilch zu bezeichnen. Wie bei anderen Allergien gilt, dass man das Lebensmittel meiden muss und daher bietet sich Schaf- oder Ziegenmilch, die eine geringfügig andere Eiweißstruktur aufweisen als Kuhmilch als Alternative an. Aber sie ist deshalb nicht gesünder. Es sind ja auch Himbeeren nicht gesünder als Erdbeeren, nur weil es Erdbeerallergien gibt.

Fazit

Ziegen- und Schafmilch sind Alternativen für Menschen mit einer nachgewiesenen Allergie gegen Kuhmilcheiweiß. Aus gesundheitlicher Sicht mag bei der Schafmilch eine leichtere Verdaulichkeit der Fette als Vorteil bestehen. Aus der Sicht eines Krebspatienten aber sollte der stark erhöhte Cysteingehalt, der hohe Caseingehalt und der höhere tierische Fettanteil zur Vorsicht anleiten. Schafmilch und Ziegenmilch scheinen die Vorausetzungen für die krebswachstumsfördernde Wirkung von tierischem Eiweiß, welche C.T. Campbell eindrucksvoll nachwies, noch besser zu erfüllen als die Kuhmilch!

Quellen: Bild:
Hirtin mit Schafen, Kuh und Ziege. Julien Dupre (1851-1910). Oil on canvas. 59.7 x 81.6cm. © Christie’s Images Ltd – ARTOTHEK, Christie’s Images Ltd
Litereuatur:
C.T. Campbell: China Study
Brigitte Kengeter: Die Bedeutung von Schafmilch für die menschliche Ernährung

 

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5 Kommentare auf “Unterschied zwischen Kuh- und Schaf- bzw. Ziegenmilch

  • 18. Januar 2016 at 18:52
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    Sehr geehrte Frau Dr.Aspalter!
    Als ich ihren Bericht gelesen hatte,bin ich mir vorgekommen,als wäre das meine Lebensgeschichte.
    Ich hatte Brustkrebs und wurde letzten Sommer gesund geschrieben!!!
    Weil meine Krankheit so weit fortgeschritten war,liess ich mir die Brust wegnehmen!!
    Aus totaler Verzweiflung über meine situation-
    entstand Hass -Wut-und ein unendliche Energie!!!
    Ich werde es euch allen zeigen wie es geht !!!
    Auch starb genau in meiner Situation ,meine Cousine
    an Darmkrebs-und sie schenkte mir das Buch von der Budwigdiät.Das es ohne Cemo ,nicht geht in meiner Situation,das war mir klar und ich hätte es mir garnicht getraut!
    Aber ich habe 3 Jahre kein Fleisch gegessen-sondern nur Gemüse und Obst und ich habe in einem Jahr 10kg abgenommen.Jeden Tag den Saft von 4 Äpfeln und 4Karotten,jeden Tag einen grünen Smoothi frisch von der Wiese,wie Löwenzahn,Spitzwegerich,Gänseblümchen, Erdbeerblätter,usw…..Weizengras…

    Alles für die Blutreinigung.Obwohl voll motivierend mir die Ärzte im Krankenhaus erklärten -es gibt keine Krebsdiät. Ich beginne jetzt das 6. Jahr und freue mich täglich,- – bei meiner Runde im Wald 2500 km habe ich schon-ohne Sress -es gibt nur mich!!Alles andere habe ich abgelegt-Alle Anderen habe ich abgelegt!!! Ich grüsse Sie recht herzlich und schicke Ihnen alle meine guten Wünsche ! ingeborg Ramsebner

    antworten
    • 18. Januar 2016 at 19:54
      Permalink

      Liebe Frau Ramsebner,

      vielen lieben Dank für Ihre schönen Worte und ich freue mich riesig mit Ihnen!

      In Summe ergibt sich für mich folgendes Bild: mit dem Weglassen tierischer Produkte entziehen wir dem Krebs Wachstumsmöglichkeiten. Mit vielen pflanzlichen Substanzen bekämpfen wir noch aktiv die Krebszellen. Ich hoffe, dieses Muster gut belegen und nachweisen zu können!

      Herzliche Grüße
      Rosa Aspalter

      antworten
  • 27. April 2018 at 12:56
    Permalink

    hallo frau dr. rosa aspalter,

    ich würde gerne wissen wie eine vegane ernährung ihrer meinung nach aussehen sollte, damit man leistungsfähig fit und vital ist…

    ich habe vor 5 tagen angefangen mit meinem veganen experiment, bis jetzt vermisse ich die tierischen lebensmittel noch nicht so sehr… nussmus naturbelassene nüsse samen kerne gemüse gute öle hatte ich immer schon viel gegessen.
    bei den milchprodukten hatte ich von kuh auf ziegenmilch weitesgehen umgestellt, ihren artikel fand ich diesbezüglich sehr interessant, da ich nachforsuchungen anstellen wollte warum ziegenmilchprodukte besser sein sollen als kuhmilchprodukte… was sie aber anscheinend nicht sind, wie ich es vermutet hatte.
    jedenfalls würde ich gerne wissen wie die makronährstoffverteilung aussehen sollte von fetten proteinen und kohlenhydraten… ich war immer mehr der typ der von natur aus low carb orientiert gegessen hat und obst meide ich eigentlich weitesgehen, da mir der fruchtzucker oft nicht bekommt ich fühle mich danach oft extrem müde und bekomme kopfweh und habe das gefühl immer mehr hunger zu bekommen mein gesicht wird auch immer sehr warm und bekomme dann rote wangen, ich habe KEINE fructoseintoleranz, das habe ich damals testen lassen, auch kreuzallergien oder lebensmittelallergien auf obst bestehen nicht. ich habe dies aber allgemein wenn ich viele kohlenhydrate esse auch bei getreide käse (lactose) immer wenn es an die 200g marke pro tag geht bis 150 g ist es an sich ok.

    wenn man jetzt aber eine vegane ernährung anstrebt von 80/10/10 wo 80 die kohlenhydrate wären (viele youtuber oder blogger probagieren dies)… wäre ich weit über diesen 150g carbs. ich habe etwas angst das es mir dann sehr schlecht gehen würde… daher meine frage, wie sollte die makronährstoff verteilung ihrer meinung nach sein?

    danke und

    liebe grüße

    jasmin

    antworten
    • 29. April 2018 at 20:58
      Permalink

      Liebe Jasmin,
      schön, dass Sie sich entschieden haben, vegan zu leben!
      Die 80/10/10- Regel scheint mir nun wieder genau das Gegenteil von der übertriebenen Angst vor Kohlenhydraten zu sein. Aber sie ist durchaus möglich und bei guter Nahrungsmittelauswahl auch kein Problem. (Achtung nur vor den „leeren Kohlenhydraten“ wie Weißmehl und Zucker! Da wäre die 80/10/10-Regel sehr wohl ein Problem!)
      Ich würde das relativ locker nehmen. Sehr viele Kulturen essen Knollen, Früchte, Samen etc. und sonst nicht viel mehr, viele essen fast nur Reis, andere wiederum fast nur Fisch. Das allein sagt schon, dass die Variationsbreite eine große ist und man nicht sklavisch sich an irgendwelche „Mittelwert“-Empfehlugen halten muss. Ich würde eher die 60/10/30-Regel empfehlen. Die scheint mir am vorteilhaftesten zu sein.
      Liebe Grüße
      Dr. Rosa Aspalter

      antworten
  • 20. Juli 2018 at 21:33
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    Sicher entzieht man dem Krebs so Wachstumsmoeglichkeit aber waeren die Menschen nicht ueberauert vom Stress wuerde Milch sicher nichts machen..Sie gehoert zu dem was in der Bibel empfohlen wird…Gemuese.Milch.gekeimtes Brot…Besser Stress reduzieren. Waere vegane Ernaehrung die Anrikrebsloesung warum haben dann alle Tiernomadenvoelker die nur von Milch und Kaese leben keinen Krebs?…..Fleisch ist sicher schaedlicher….Alle Nahrungsmittel die nicht toeten sind gesund…Bei Pflanzen sind Gemuese.Obst.Sprossen das Beste.Dort wo ganze Pflanzen zerstoert werden ist weniger Segen….Milch und Eier und Honig in Massen..Heizen.bauen mit Totholz….Wichtig ist noch anzumerken dass Milch erst mit der Erhitzung krebserregend wird…..Deshalb Selbstversorger sein wenn man gesund leben will
    Da wird soviel Stuss und Halbwahrheit erzaehlt dass ich kotzen kann……Schaut mal von was ihr lebt wenn der naechste Krieg kommt…..Ohne Milch und Eier und Kaese habt ihr ein Problem …Gruss

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