Verliebt in Portulak!

Portulaksalat

 

 

 

 

 

 

Nein, nicht Portugal! Das liebe ich zwar auch, aber hier ist Portulak gemeint. Kein Land, sondern ein Kraut.

Eine der ältesten Heil- und Gemüsepflanzen

Portulak wächst auf eher losen, kargen Böden und vermehrt sich sehr rasch, weshalb er wohl als eines der schädlichsten Unkräuter eingestuft wurde! Was für ein Irrtum! Der Portulak findet sich schon in babylonischen Schriften. Von alters her nutzte man das Kraut gegen übersäuerten Magen und der Heidelberger Arzt und Botaniker Tabernaemontanus berichtete 1588, dass der „Saft im Mund gehalten machet die wackelhafftige Zähne wiederum fest stehen.“

 

Portulak

Ein medizinisches Multitalent!

Dies dürfte mit einer antibakteriellen, entzündungshemmenden Wirkung, oder auch mit den außergewöhnlichen Mengen von Vitamin C zusammenhängen, denn es könnte sich bei diesen Zahnfleischerkrankungen durchaus um Skorbut (Vitamin C-Mangel) gehandelt haben. Aber auch reichlich Vitamin A liefert der Portulak und Omega-3-Fettsäuren, ebenso Vitamine B und E, Mineralstoffe und Spurenelemente Magnesium, Calcium, reichlich Kalium, Eisen und Zink. An sekundären Pflanzeninhaltsstoffen bietet er Alkaloide, Flavonoide, Cumarine, Saponine, Glutaminsäure, Oxalsäure, β-Sitosterol und Schleimstoffe, ein richtiges Feuerwerk an antioxidativ, entzündungshemmenden, gefäßwandschützenden und krebsfeindlichen Stoffen also. Die Cumarine sind übrigens gerinnungshemmend und schützen damit vor Thrombosen, Herzinfarkt und Schlaganfall. (Das bekannte Blutgerinnungsmedikament Marcoumar gehört beispielsweise zu den hoch potenten Cumarin-Derivaten.)

Und ein gustatorisches sowieso!

So, das war die medizinische Seite. Noch erfreulicher ist die kulinarische. Junge Portulak-Pflanzen ist man einfach so – am besten roh. In Salaten, in Aufstrichen, auf das Brot, oder auf Kartoffeln gestreut. Ich habe selten so ein erfrischendes, harmonisch abgestimmtes Gemüse gegessen. Auf Grund seiner etwas fleischigen Blätter bietet der Portulak tatsächlich auch etwas Substanz. Aber ist gleichzeitig Gewürz. Er schmeckt fein säuerlich. Und anders als z.B. bei Gurken oder Tomaten, die man – vor allem wenn es sich um schnell gezüchtete Sorten handelt – doch meist salzen möchte, braucht es hier einfach NICHTS! Der Portulak lässt geschmacklich einfach nichts offen!

Und nun wollen Sie sicher wissen, wo ich diesen Portulak gefunden habe! – Auf einem klitzekleinen Markt am Spittelberg – betrieben von Herbeus green, die alte Pflanzen wieder züchten und auf den Markt bringen. Ich habe nicht allzu viel gekauft, aber es reichte für ein Wochenende voller neuer Aromen, Farben und Geschmackserlebnisse! Weitere Berichte folgen noch!

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Fotos: R. Aspalter

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4 Kommentare auf “Verliebt in Portulak!

  • 3. August 2015 at 10:08
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    Das ist aber sehr interessant! Bis jetzt habe ich dieses Gewächs (für das ich keinen Namen hatte) in meinem Garten immer ausgezupft und in die Bio Tonne geworfen. Nun werde ich es mal im Salat probieren 🙂 Danke für den Artikel.

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    • 5. August 2015 at 16:00
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      Gerne! War mir ja ein Vergnügen! 😉

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  • 4. August 2015 at 09:24
    Permalink

    Klingt als wäre das Kraut ein richtiges Wundermittel! Schade, dass es anscheinend nicht so leicht zu bekommen ist.
    Liebe Grüße!

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    • 5. August 2015 at 15:57
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      Es wächst an sonnigen Stellen mit schütteren und losen Böden oft wild!
      Manche Gemüsehandlungen haben angeblich auch Portulak im Sortiment!
      LG

      antworten

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