Chemotherapie ist Scheiße.

Infusionsraum

 

 

 

 

 

 

Es hat sich viel bei Krebstherapien getan. Ich meine damit: Verbessert. Trotzdem. Chemotherapie ist Scheiße.

Ich weiß, wie sensibel das Thema gerade unter den Betroffenen ist. Für viele ist es die letzte Hoffnung. Und hier zu sagen: „Das ist Scheiße!“ könnte durchaus zynisch aufgefasst werden. Ich meine es aber ernst, in der Hoffnung auf bessere Wege, im Wissen, wie Oxaliplatin und mittlerweile auch einiges andere schmeckt.

Vielleicht bin ich zu überempfindlich geworden, zu fokussiert auf Nebenwirkungen. Aber es ist bekannt, dass diese von Zyklus zu Zyklus deutlicher werden. Ich habe nun die Nr. 3 hinter mich gebracht. Und sie war Scheiße. Schweißig, kollapsig, übel ohne erbrechen zu können. Etwas essen wollen, damit einem besser am Magen ist, aber Ekel vor allem haben. Weder schlafen können noch wirklich klar da sein, dumpf im Kopf. Auch wenn es die Zeiten nicht mehr gibt, in denen die ChemotherapiepatientInnen reihenweise mit der Brechschüssel dagesessen sind. „Gut gehen“ ist jedenfalls etwas anderes.

Vielleicht bin ich überheblich geworden? Zu fokussiert auf meinen Tumormarker? Zu sehr überzeugt davon, dass meine Ernährungsumstellung eine Wende gebracht hat? Der Verlauf ist jedenfalls beeindruckend. Er ist mit Beginn der Chemotherapie nicht einmal mehr angestiegen, sondern von mal zu mal gesunken! Das sollte bedeuten, dass nichts „böses“ mehr am Leben war! Dass ich einen gestreuten Krebs mit dem Weglassen tierischer Produkte „erledigt“ habe! Ist das so? Ist das eine Utopie? Ich werde es ja sehen. In einem Monat steht wieder CT an. Dann werde ich mehr wissen. Mag sein, dass sich alle schönen Erklärungen als null und nichtig erweisen. Ich glaube es nicht. Dafür ist der Verlauf der Laborwerte zu konstant, zu sehr in Übereinstimmung mit der bisherigen „bildgebenden Diagnostik“. Aber bisher ist alles lediglich „rosa“ Theorie.

Tumormarker

 

(Erklärungen zu dieser Graphik finden Sie im Beitrag „Was Tumormarker sagen – Teil II“.)

Unter solchen Annahmen fällt es zugegebenermaßen auch schwer, solche Therapien noch zu akzeptieren. Man fragt sich: Muss das sein? Müssen wir solche Therapien als gegeben und unvermeidlich hinnehmen? Müssen wir akzeptieren, dass jeder 3. im Laufe seines Lebens an Krebs erkrankt? Ich glaube es mittlerweile nicht mehr.

 Bildquelle: Infusionsraum, Foto: R. Aspalter
Graphik: R. Aspalter

 

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