Inoperabel

Cancer

 

 

 

 

 

 

Vor 3 Tagen erfuhr ich, dass ich Metastasen in der Lunge und in mehreren Lymphknotenstationen habe. Heute erfuhr ich, dass der Tumor nicht mehr operabel ist.

Und es wird mir nun eine Chemotherapie mit Antikörpern vorgeschlagen. Es sind Antikörper, welche das Wachstum von Blutgefäßen, die gerade Tumoren in ihrem schnellen Wachstum benötigen, hemmen. Ich hatte noch keine Zeit, ausführlich zu recherchieren, aber wenn das der aktuelle Stand der Dinge ist: Die Therapie mit diesen Antikörpern verlängert die Überlebensrate „signifikant“ um 1,4 Monate, von 9,8 auf 11,2 Monate. Liebe Onkologen, ich möchte Eure Bemühungen nicht schmälern, aber wisst ihr, dass dies angesichts einer solchen Prognose ganz einfach lächerlich ist?

Wie auch immer, am Montag, den 15.9.2014, werde ich Näheres erfahren.

Es fällt im Augenblick schwer, einen Faden zu finden, es überstürzt sich im Augenblick alles. Aber ich möchte wenigstens berichten, warum ich denke, dies hier erzählen zu müssen und über die Ereignisse, welche mich dazu veranlasst haben, diese Seite hier unter einem stark veganen Gesichtspunkt zu starten.

Im Mai 2014 bin ich auf Anregung eines Kollegen auf die „China-Study“ gestoßen (siehe Medien). T.C. Campbell erzählt darin von seinen Beobachtungen, dass Umweltgifte, Gifte in Lebensmittel zwar Krebs auslösen können, aber dass die ganz normale Ernährung darüber entscheidet, ob sich ein Tumor bilden und wachsen kann. T.C. Campbell untersuchte die Wirkung des Schimmelpilzgiftes Aflatoxin an Ratten. Er setzte alle Tiere diesem Gift aus. Erhielten die Tiere die „normale“ Kost mit 20% Protein, entwickelten sie Leberkrebs. Erhielten sie nur 5% Protein, bekamen sie keinen Krebs. Auf diese doch sehr überraschenden Ergebnisse hin untersuchte T.C. Campbell die verschiedenen Eiweißarten. Tierisches Eiweiß ließ die Tumorentstehung zu, pflanzliches Eiweiß nicht. Das Milcheiweiß Casein war das schlimmste unter den Eiweißsorten.

Wenn das stimmt, ist es also so, dass die Zusammensetzung unserer Ernährung bestimmt, ob Krebs wachsen kann oder nicht. Ich nenne das einmal einen „permissiven“ Effekt. Die Ernährung „erlaubt“ das Wachstum von Krebs oder „erlaubt es nicht“. Bislang habe ich keine Zeit gefunden, allen hunderten Studien, welche in diesem Buch referenziert werden, nachzugehen. Aber doch einem Großteil, und ich fand keinen Widerspruch.

Als Krebsbetroffene aber, bei der zwar zu diesem Zeitpunkt noch „alles in Ordnung war“, haben bei mir sämtliche „Glocken geläutet“. Und ich habe noch im Mai 2014 meine Ernährung auf vegan umgestellt. Keine tierischen Produkte mehr. Kein Fleisch, kein Ei, keine Milchprodukte. Die einzige Ausnahme ist Fisch, das genehmige ich mir einmal pro Woche. Ich bin nämlich Sushi-süchtig. In Summe hat sich der aber Konsum tierischen Eiweißes bei mir sicher auf 1% des früheren Ausmaßes reduziert.

Im Juli, etwa sechs Wochen später, war bei einer Routinekontrolle plötzlich der Tumormarker positiv. Eine Reihe von Untersuchungen folgten. Die Radiologen waren sich sehr uneinig. Vom „Lungenherd“ über „riesengroße Lymphknoten“ bis „gar nix“ war da die Einschätzung. Nun ja, dazu braucht man schon mal eine dicke Haut. Dann wurde ein sündteuerer PET-Scan angefertigt. Vor 3 Tagen erfuhr ich, dass ich Metastasen in der Lunge und in mehreren Lymphknotenstationen habe. Heute erfuhr ich, dass der Tumor nicht mehr operabel ist.

Was hat es nun mit dieser veganen Ernährung auf sich? Ist es nicht zynisch, sich völlig vegan zu ernähren und ein paar Monate später solche Befunde in den Händen zu haben?

Zunächst erklärte ich mir das so: Bei meinen letzten Kontrollen war zwar scheinbar alles noch in Ordnung. Es waren aber noch Tumorzellen vorhanden. Durch die Umstellung auf vegane Ernährung entzog ich ihnen aber das tierische Eiweiß und die Zellen zerfallen. Daher der erhöhte Tumormarker. Ich habe keinen Beweis für diese Theorie. Tatsache ist aber, dass der Tumor ordentlich gewachsen ist. Ob vor der Umstellung, oder seither, lässt sich jetzt nicht sagen. Es ist auch unmöglich, in der Kürze zu sagen, was im Labor bestimmt wird. Untersucht wird ja bei der Bestimmung der Tumormarker das Serum, also im Serum gelöste Stoffe, und nicht Tumorzellen selbst. Ich möchte also die Sache überspringen und zu meinem eigentlichen Anliegen kommen.

Warum wissen wir so wenig über Ernährung und Krebs? ‚Warum kennen wir nicht einmal als Mediziner die Daten, welche aus der China Study vorhanden sind? Warum wird dieser Sache nicht in weiteren Studien nachgegangen?

Ich möchte damit ein Projekt initiieren, das Daten sammelt über den Einfluss tierischer bzw. pflanzlicher Ernährung auf die Krebsentstehung in unseren Breiten. Ich möchte so vielen Menschen wie möglich sagen, und vor allem jenen, welche selbst betroffen sind oder an Krebs erkrankte Angehörige haben: Lasst dieses tierische Zeug! Ich weiß noch nicht sicher, wie viel ihr damit erreichen könnt, ich weiß nur so viel: es tut nicht weh, Gemüse, Obst, Getreide in all der Vielfalt zu essen! Und es schadet nicht!

Ich melde mich wieder mit einem Plan zur Datengenerierung!

Quelle:
Photo: Baumwolle, R. Aspalter

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1 Kommentar auf “Inoperabel

  • 27. September 2014 at 10:41
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    Nachtrag:
    1) Die Situation hat sich G.s.D. entschärft, ich habe aktuellere Zahlen, eine deutlich verbesserte Prognose – siehe „“Was Tumormarker sagen“!
    2) Das Konzept für die Datenbank ist in Arbeit!

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